Investor zu Lokdepot & Co.

Nun gibt es auch eine Antwort von Investor Thomas Bestgen (UTB Berlin, „Am Lokdepot“) auf die Fragen der Anwohner und der Bürgerinitiative. Auch hier unsere Frage: Wurden die Fragen Ihrer Meinung nach ausreichend beantwortet?

A) Mangelnde Transparenz
– Welche Teile des Geländes befinden sich bisher in ihrem Besitz?
– Warum gibt es keine Pläne, die die genauen Abmessungen der bereits genehmigten Gebäude zeigen? Warum gibt es keine realistische optische Darstellung der geplanten Bebauung an der Dudenstraße?
– In welcher Form haben Sie sich mit den Eigentümern der Häuser in der Eylauer Straße über ihr Vorhaben verständigt?
– Warum wurden die „Nachbarn“, d.h. Eigentümer angrenzender Grundstücke nicht über die Erteilung der Baugenehmigungen im Dezember informiert?
– Offensichtlich sind auch Pavillions und 2-Geschosser geplant, die kommen dann hinter der Blockrandbebauung auf das Gelände direkt bis an die Eylauer Straße heran, also auf den verbleibenden ca. 15m? Warum finden sich solche angedachten Bauten nicht im Modell und Plänen?

B) Viele offene Fragen zur Planung
– Was genau sind die Veränderungen, die sie gegenüber dem Entwurf aus dem Bebauungsplanentwurf 7-1 vorgenommen haben? Welche Kritikpunkte aus den Einwendungen der Bürgerbeteiligung haben Sie aufgenommen?
– Wo lassen sich Änderungen festmachen, wenn beim Übereinanderlegen der Planungsstände von 2010 und 2012 deutlich wird, dass die bebaute Fläche identisch ist?
– Würde eine Bebauung, die sich an den vorhandenen Wohngebäuden und den zugehörigen privaten Grünflächen orientiert – mit Integration, Ergänzung und Aufwertung der vorhandenen Vegetation und Freiflächen – nicht eher die „jungen Familien“ ansprechen?
– Wo sind Spielplätze und qualifizierte Außenräume für die geplante Kita oder die jungen kinderreichen Familien vorgesehen?
– Welche Flächen wurden zur Berechnung der GFZ herangezogen?
– Wieso ist die zusätzliche Bebauung der Hofbereiche durch Remisen und Hallen nötig und wurden diese bei der Berechnung der GFZ mit herangezogen?

C) Fragwürdige Rechtslage
– Von wem ging die Initiative aus, die Baugenehmigung nach § 34 zu beantragen – von der Verwaltung oder vom Investor?
– Wird trotz im Vorfeld zu Unrecht erteilten Baugenehmigungen das B-Plan- Verfahren weitergeführt?
– Wo genau soll der in § 34 BauGB geforderte Zusammenhang zu den bebauten Ortsteilen hergestellt worden sein, wenn zwischen der bestehenden Bebauung und den neu geplanten Gebäuden Bezirksgrenzen, topographische Grenzen, oder Straßen als faktische Grenzen verlaufen?

D) Umweltaspekte
– Sollen sofort alle Bäume auf der gesamten B-Plan-Fläche gefällt werden?
Diese Frage hat der „Baumfälldienst“ ja bereits beantwortet.
– Werden Sie das Umwelt- und Klimagutachten, das sie anfertigen ließen, veröffentlichen? Wenn ja, wann?
– Haben Sie eventuelle Kaufinteressenten über die Lärmbelastung informiert, die durch den Alltagsbetrieb des Discountermarktes an der Dudenstraße entstehen? Dort werden von 6 bis 22 Uhr LKW entladen, der Markt ist auch bis nachts um ein Uhr hell erleuchtet. Auch auf Dauergebell angeleinter Hunde darf man sich einrichten.
– Wieso werden öffentliche und private Freiflächen nicht ökologisch wertvoll und strukturreich gestaltet um die gewollte historisierende Atmosphäre wieder herzustellen, Verluste zu kompensieren und junge Familien anzusprechen?
– Ist eine wirkliche Öffnung des Gebäuderiegels, und weitere Verringerung der Gebäudehöhe zur Entlastung der bioklimatischen Innenhofsituation möglich?

E) Wer profitiert?
– In wessen Kasse fließt der Mehrwert, der durch die Aufwertung des Geländes entsteht?
– Was hat der Bezirk davon, dass er hier Baurecht einräumt?
– Ist die Überhöhung der Eckbauten an Duden- und Monumentenstraße nötig?
– Wieso gibt es keine vermaßten Plangrundlagen, weder von Bestand noch Planung?

Die Antwort von Thomas Bestgen auf alle Fragen lautet:

Im Rahmen unseres gemeinsamen Termins am 23.1.2012 sowie der Anwohnerversammlung am 21.2.2012 haben wir ausführlich und transparent über das geplante Bauvorhaben auf dem Privatgrundstück Monumentenstrasse 15 informiert und die geplante Bebauung vorgestellt.

Im Vorfeld des Bauantrages sowie im Zuge der bauvorbereitenden Maßnahmen haben wir uns umfangreich rechtlich beraten lassen. Ihren Hinweis auf eine  „zu Unrecht erteilten Baugenehmigung“  müssen wir dahingehend zurückweisen und korrigieren, dass für uns als privaten Grundstückseigentümer das herrschende Baurecht gilt und wir im Rahmen der gesetzlichen Regelungen handeln.

Neben einer rechtlichen Würdigung haben wir von anerkannten Sachverständigen der Stadtplanung ausgesprochen positive Stellungnahmen zu unserem Bauvorhaben erhalten. Darüber hinaus hat die Prüfung und Untersuchung des Baukollegiums, einer unabhängigen Expertenkommission unsere Stadt, unsere Planungsansätze bestätigt.

Unseren nachbarrechtlichen Verpflichtungen kommen wir in dem geforderten rechtlichen Umfang selbstverständlich nach.

Wir hatten Sie mehrfach gebeten, sich mit Ideen und Wünschen zu Nutzungen in den von uns geplanten Nutz-  oder Freiflächen einzubringen. Gerne nehmen wir Ihre Anregungen dazu auf.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Investor zu Lokdepot & Co.

  1. Jens sagt:

    Ideen und Wünsche für die „geplanten Nutz- oder Freiflächen“ sind erwünscht, alles andere nicht. Schade – und für die Anwohner nicht hinnehmbar. Deswegen machen wir uns weiter uneingeschränkt konstruktive Gedanken.

    Wer dabei mitmachen möchte, zum Beispiel in Form einer Zukunftswerkstatt, kann uns gern schreiben! Wäre doch gelacht, wenn wir keinen schöneren Plan entwickeln könnten.

  2. „Zukunftsschmiede“ klänge auch nicht schlecht, wenn man unbedingt in der Heiße-Luft-Liga der Investoren mitspielen will…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.