RBB-Fernsehen über Parkplatznot im Viktoriakiez

Wie erwartet hat der Luxus-Neubau „Am Lokdepot“ die problematische Verkehrslage im Bezirksdreieck Kreuzberg/Schöneberg/Tempelhof verschärft. Fehlende Parkplätze führen regelmäßig dazu, dass falsch geparkt wird und vor allem an Kreuzungen gefährliche Situationen entstehen. Dabei sind noch nicht mal alle geplanten Wohnungen fertig. Die RBB-Fernsehsendung „was!“ berichtet über die verzweifelte Parktplatz-Suche der Viktoriakiez-Anwohner und die maue Reaktion von Bezirksamt und Investor.

Die Anwohner hatten es schon lange befürchtet und deswegen bereits vor Jahren sowohl das für den Neubau zuständige Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg als auch „ihr“ Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und den Investor darauf aufmerksam gemacht: Werden mit dem Neubau nicht genügend neue Stellplätze geschaffen, droht ein Parkplatz-Chaos.

Die Planer vom Atelier Loidl hatten daraufhin vollmundig versprochen, dass es „keine Erhöhung des Parkdruckes im Bestand“ geben wird (siehe u. a. auf Seite 50 der Präsentation). Davon hat sich offenbar auch das Bezirksamt beeindrucken lassen, das ebenfalls Entwarnung gab: „Bereits durch die in den Kopfbebauungen vorgesehenen Tiefgaragenplätze (…) ist nicht von einer Belastung der angrenzenden Wohngebiete auszugehen. Durch diese Tiefgaragenplätze wird der Parkplatzsuchverkehr nicht in die angrenzenden Wohngebiete gedrückt.“ (siehe Seite 3 und 4 der Dokumentation)

Baut Investor nur 32 statt 200 Stellplätze?

Doch von den ursprünglich mehr als 200 geplanten Parkplätzen in Tiefgaragen wurden offenbar nur 157 zwischen Bezirksamt und Investor festgeschrieben. Ob es nun überhaupt noch so viele werden, steht zudem anscheinend in den Sternen. Grund dafür ist, dass an der Dudenstraße nun womöglich Mietwohnungen statt Eigentumswohnungen entstehen. Und das bedeutet in der Regel, dass eine Tiefgarage nicht finanzierbar ist. Dumm nur, dass dort fast 80 Prozent der Tiefgaragenplätze (125 von 157) entstehen sollten. Laut RBB-Bericht hat der Investor auf Nachfrage angegeben, ab September bauen zu wollen. Aber vermarktet wird das Eckhaus mit der Tiefgarage komischerweise noch nicht.

Bezirksstadträtin Klotz hat zwar angekündigt, dass der Bezirk gegen den Investor vorgehen werde, falls er sich nicht an die Vereinbarung hält. Unklar ist jedoch, ob das überhaupt möglich ist. Bei der beschleunigten Bürgerbeteiligung sah die Verwaltung damals nämlich „keine Möglichkeit der Einflussnahme des Bezirksamtes auf die Parkplatzsituation. (…) Die geplanten Stellplätze werden vom Investor auf freiwilliger Basis erstellt. Eine Durchsetzung seitens des Bezirks ist nicht möglich.“

Bezirksämter lassen Bürger erneut im Stich

Ob das juristisch korrekt ist oder nur am „beschleunigten“ Verfahren oder mangelndem politischen Willen liegt, können wir leider nicht beurteilen. Für die Stadtplanung ist es in jedem Fall ein Armutszeugnis. Denn erneut werden die Anwohner mit den durch einen Neubau entstehenden Problemen allein gelassen; übrigens auch vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, das auf unsere Vorschläge lediglich mit dem Abmontieren eines Tempo 50-Schildes reagiert hat.

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3 Kommentare zu RBB-Fernsehen über Parkplatznot im Viktoriakiez

  1. stefan sagt:

    Nicht nur die in der Dokumentation des Bezirksamts geforderten „mindestens 63 Stellplätze im Mittelteil“ haben sich in Luft aufgelöst, sondern offenbar auch die Kita. In den Plänen hieß es, diese solle entweder in den um einen Aufbau erweiterten Backsteinbauten zwischen dem Discounter und den Bahngleisen („Haus 18“ in der Planung) oder im Haus 12 entstehen. Aber das Haus 12 ist komplett verkauft, und die Backsteinbauten an den Gleisen wurden samt des üppig grünen Gartens in den vergangenen drei Monaten abgeräumt. Auf der Brache parken nun Fahrzeuge.

  2. Stichwort Pinel:

    Die sind im Bunde mit UTB und kriegen ein Wohnhaus – zusätzlich zu dem roten Moloch-Riegel, nicht integriert! – am Lokdepot (neben Lidl?). Baugenehmigung steht noch aus.

    Die erwähnte Unterschriftenlisten-Kampagne zum Erhalt de Pinelodroms lief auch nicht so koscher, wie es den Anschein hat und mag gut zu der Preissteigerung der Grundtückpreise und damit den Mieten beigetragen haben.

    LG, Mi

    Am 13.06.2015 um 21:03 schrieb d.h-m.:
    > Das Gewitter hat mich an den Rechner gescheucht. Möchte jetzt nur die Idee mit der Petition aufgreifen: Vor einiger Zeit hatte die Pinel-Gesellschaft mit Hilfe einer Open Petition sehr viele Stimmen gegen den Verkauf des Wohnhauses ihrer Patienten gesammelt (Schöneberg, Dominicusstr.). Das äre vielleicht auch eine Möglichkeit. Gerne kann ich von open Petition. de auch mal was an euch weiter leiten!
    >
    > Wünsche einen schönen Abend!
    >
    > Viele Grüße,
    >
    > D.

  3. Tanja Rö ef sagt:

    Ich fahre jedn Tag zur Arbeit mit meinem Motorrad .Es kst wirklich seh gefährlich die Kreuzung Monumentenstrasse/Eylauer Strasse zu überqueren mit dem Fahrzeug da man überhaupt keine Einsicht hat durch die Fahrzeuge die die Kreuzung regelrecht zu parken.Gefährlich wird diese parkerei fär Kinder die die Fahrbahn nicht einsehen können,auf die Strasse laufen und von einem Fahrzeug erfasst werden.Ich hoffe nicht,daß das passiert.Auch frage ich mich oft warum mir Fahrzeuge entgegen kommen, wenn doch die Eylauer Strasse eine Einbahnstrasse ist…….

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