Guter Vorsatz für Architektur-Journalisten: Auch mal hinter die Fassade schauen!

Jetzt hat es das Lokdepot doch tatsächlich ins deutschlandweite Feuilleton geschafft. Im KulturSPIEGEL 1/2015 schwadroniert Susanne Lang über ihren guten Vorsatz für das Jahr 2015: „In einen Neubau ziehen“.

Als eigentlich bekennender Altbau-Fan entdeckt Lang eines Tages einen „neuen Häuserzug“: „Er leuchtet knallrot im Sonnenlicht, und er sieht schön aus. Wirklich schön. So schön, dass ich unbedingt hineinschauen will.“ Gut, über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber leuchten sollte das Lokdepot an der Monumentenbrücke in Berlin-Schöneberg ja laut allen Beteiligten nun wirklich nicht, sondern sich zum „Lückenschluss“ in die umgebende Bebauung einfügen. Das hat offensichtlich nicht geklappt.

Was wieder ganz hervorragend geklappt hat, ist dagegen das Einräumen einer großen Bühne für die Macher, in diesem Fall die Architekten Nils Buschmann und Tom Friedrich (RobertNeun): „Wir wollen die vorhandene Vielfalt ergänzen, nicht einschränken.“ Leider bezieht sich dieser Wunsch nach Vielfalt offenbar nur auf die Architektur (anpassungsfähig statt funktional), nicht auf die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung. Denn der Bau der roten Mauer dürfte für steigende Mieten sorgen und zur Verdrängung alteingesessener Mieter führen.

KulturSPIEGEL-Autorin Susanne Lang kann sich nach der Entdeckung des Lokdepots vorstellen, auch in einen Neubau zu ziehen. Vielleicht bekommt sie ja jetzt ein besonders günstiges Angebot für eine Wohnung im stetig wachsenden Lokdepot, auf das sie so freundlich hingewiesen hat. Von dort aus könnte sie dann mal einen Blick hinter die Fassaden bzw. hinter den Neubau werfen. Dorthin, wo sich doch so einige Menschen eingeschränkt fühlen.

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Ein Kommentar zu Guter Vorsatz für Architektur-Journalisten: Auch mal hinter die Fassade schauen!

  1. BM sagt:

    Gekaufte Journalisten sind das Letzte! Dies ist offensichtlich ein Werbeartikel!

    Ein Hinterhäusler vermeldet:
    Die „einfache Wohnlage“ wurde durch diesen roten Grünkiller zu einer „mittleren Wohnlage“ die nun von deren Altbaubewohnern, die sich lebendig einmauern lassen müssen, teuer bezahlt werden muss.

    Aber das interessiert die gentrifizierte Journaille nicht.

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